Der Produktions- und Logistikstandort von Iris Ohyama Europe im französischen Lieusaint.
Der Produktions- und Logistikstandort von Iris Ohyama Europe im französischen Lieusaint.

Iris Ohyama Interview

„Wir schauen genau hin“

International Sales Manager Sharif Jamil spricht über den besonderen Entwicklungsansatz bei Iris Ohyama und über neue Lösungen, die dabei entstanden sind.   

Wodurch unterscheidet sich Iris von anderen Haushaltswarenanbietern?

Sharif Jamil: Vor allem durch zwei Dinge. Erstens beginnt unsere Produktentwicklung nicht am Reißbrett, sondern im Alltag. Wir schauen genau hin, was Menschen bei der Nutzung eines Produkts wirklich brauchen, und entwickeln die Funktion konsequent darauf hin.

Zweitens verbinden wir diese Entwicklungskompetenz mit eigener Fertigung. Als Familienunternehmen mit eigenen Werken begleiten wir unsere Produkte von der Idee bis zur Serie selbst, in Europa auch direkt vor Ort in den Niederlanden und in Frankreich.

 

Haben Sie ein Beispiel für ein Problem, das Ihre Produkte lösen?

Das klassische Beispiel ist die transparente Aufbewahrungsbox. Jeder kennt die Situation: Man öffnet im Keller drei Kartons, bis man endlich findet, was man sucht. Eine transparente Box zeigt ihren Inhalt von außen.

Darin steckt unser ganzer Ansatz: Ein Aufbewahrungsprodukt muss nicht nur beim Verstauen funktionieren, sondern vor allem beim Wiederfinden. Und dieser Nutzen ist am Regal sofort sichtbar, er muss nicht erklärt werden.

Sharif Jamil ist International Sales Manager bei dem Unternehmen Iris Ohyama, das sich auf Kunststofflösungen für den Haushalt ­spezialisiert hat. 
Sharif Jamil ist International Sales Manager bei dem Unternehmen Iris Ohyama, das sich auf Kunststofflösungen für den Haushalt ­spezialisiert hat.  (Quelle: Iris Ohyama)

Was bieten Sie speziell dem Baumarkthandel in der Zusammenarbeit?

Unser Sortiment knüpft an Projekte an, mit denen Kunden ohnehin in den Markt kommen. Wer renoviert, umzieht oder Garage und Werkstatt neu einrichtet, muss am Ende auch organisieren und verstauen. Dafür bieten wir passende Lösungen.

In der Zusammenarbeit bringen wir mit, was eine gute Partnerschaft ausmacht: feste persönliche Ansprechpartner, Sortimentsvorschläge, die zum jeweiligen Marktformat passen, eine Belieferung aus unserer europäischen Logistik und auf Wunsch Anregungen für die Warenpräsentation. Welche Artikel ins Regal kommen, entscheidet selbstverständlich der Händler. Unsere Aufgabe ist es, ihm dafür eine gute Auswahl zu bieten.

 

Was bieten Sie Händlern für die optimale Präsentation Ihrer Produkte am POS?

Auf Wunsch geben wir Anregungen, die sich am Marktformat und an der verfügbaren Fläche orientieren. Dabei gilt für mich ein Grundsatz: Der Kunde sollte am Regal in wenigen Sekunden Größen und Einsatzzwecke vergleichen können.

Gut bewährt hat sich, Aufbewahrung nach Anwendungen zu ordnen, etwa für Werkstatt, Keller oder Kleiderschrank. So findet der Kunde nicht nur ein Produkt, sondern die Lösung für sein Vorhaben. Transparente Produkte machen es dabei besonders leicht, weil sie ihre Funktion selbst zeigen.

 

Warum sollte ein Händler in das Haushaltssortiment investieren?

Weil es an das Projekt des Kunden anschließt. Nach der Renovierung wird der Raum eingerichtet, nach dem Umzug wird verstaut. Der Händler kann seine Kunden so über das gesamte Vorhaben hinweg begleiten.

Hinzu kommt: Aufbewahrung ist häufig ein System. Wer mit einigen passenden Boxen beginnt, ergänzt sie später gern um weitere. Das kann zusätzliche Kaufanlässe schaffen.

Entscheidend bleibt, dass sich ein Sortiment auf der Fläche bewährt. Das beurteilt jeder Händler nach seinen eigenen Maßstäben, und daran muss sich auch ein Haushaltssortiment messen lassen.

 

Wie beurteilen Sie die Marktlage? Wo sehen Sie Nachfrage und Wachstumspotenzial?

Nach den außergewöhnlichen Pandemiejahren hat sich der Markt aus meiner Sicht normalisiert, und viele Kunden kaufen heute bewusster. Gute Chancen sehe ich bei Produkten, die ein konkretes Problem lösen und deren Nutzen man sofort versteht. Aufbewahrung und Organisation gehören klar dazu, ebenso ausgewählte saisonale Artikel.

Pauschale Prognosen helfen dem einzelnen Markt allerdings wenig, denn Nachfrage und Potenzial unterscheiden sich stark nach Standort und Kundenstruktur. Ich halte es deshalb für sinnvoll, mit einer gezielten Auswahl zu beginnen und das Sortiment Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

 

Inwiefern profitieren Handelspartner von der internationalen Ausrichtung des Unternehmens?

Auf zwei Ebenen. In der Entwicklung fließen Erfahrungen aus vielen Märkten und Wohnsituationen zusammen. Das erweitert die Lösungsansätze für alltägliche Aufgaben.

In der Versorgung sind wir mit eigenen Produktions- und Logistikstandorten in Europa nah am Handel. Für die hier gefertigten Artikel bedeutet das kürzere Wege und weniger Abhängigkeit von Überseetransporten – ein Punkt, der für Einkäufer in den vergangenen Jahren deutlich wichtiger geworden ist.

Unser Anspruch ist deshalb ganz praktisch: Produkte, die auf der Fläche funktionieren. Den Rest zeigt der Abverkauf.

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