Der Roman zeichnet ein ziemlich negatives Bild von der Arbeit im Baumarkt.
Ist es wirklich so schlimm?
Denis Pfabe: Ich schreibe ja Fiktion: Da steht Roman vorne drauf. Es ist kein Erfahrungsbericht und beschreibt nicht die echte Lebenserfahrung von Denis Pfabe als Person. Da ist natürlich auch immer ein My an Übersteigerung und Übertreibung dabei. Dinge müssen ein bisschen extremer dargestellt werden. Aber grundsätzlich war das schon ein Anliegen. Es geht ja viel um Veränderung in dem Roman, die Figuren ächzen unter der Entwicklung dieser Branche. Und ich wollte literarisch untersuchen, was mit Menschen passiert, denen es schwerfällt, mit dieser Veränderung umzugehen, die in den letzten zehn Jahren ja wirklich extrem war.
Haben Sie Reaktionen aus Ihrem damaligen Arbeitsumfeld erhalten?
Ja. Ich hatte eine Lesung hier in der Nähe, wo ich wohne und wo auch der Markt ist, in dem ich gearbeitet habe. Das war ganz toll, da waren alte Kolleg:innen da. Keiner war irgendwie böse oder so. Ich habe natürlich auch keine echten Menschen in den Roman hineingeschrieben, die Figuren sind immer eine Mischung aus Eindrücken und Fantasie. Man bedient sich an Kleinigkeiten und Eigenheiten, die man mal mitbekommen hat. Die Menschen freuen sich, dass ihnen der Roman Aufmerksamkeit schenkt.
Das Unternehmen und alle Hierarchieebenen über dem Personal auf der Fläche werden allerdings nicht als gut dargestellt, und man kann leicht identifizieren, um wen es geht.
Ich weiß gar nicht, ob das dort irgendwo überhaupt angekommen ist. Aber vor allem: Es geht ja um einen größeren Bogen. Der Text ist keine persönliche Abrechnung mit meinem ehemaligen Arbeitgeber, es geht nicht um mich oder meinen Job damals. Sondern es geht es um eine größere Abstraktion: um ein System, von dem ich berichte, nicht um eine bestimmte Firma. Der Firmenname „Baumarkt“ ist nur ein Platzhalter, weil es systemisch überall so passieren könnte.
Die Unternehmensleitung wird jedoch so dargestellt, dass sie für ihre Leute nicht viel übrighat.
Die Figuren im Roman empfinden sich als kleine Zahnrädchen, sie schauen nach oben oder eben auf die andere Seite vom Beratungstresen und sagen: Das ist der Feind. Aber klar: Sie sind dem System gegenüber kritisch. Es stimmt, dass es an vielen Stellen überspitzt dargestellt ist.
Warum ist der Baumarkt ein guter Ort für Ihr…












