Globale Unsicherheiten, steigende Produktions- und Beschaffungskosten sowie Zölle und Handelsbeschränkungen setzen Unternehmen der Konsumgüterbranche zunehmend unter Druck, zeigt ein aktuelles internationales Stimmungs- und Trendbarometer vom IFH Köln und der Messe Frankfurt. Anlässlich der Konsumgütermessen Ambiente, Christmasworld und Creativeworld haben sie in einem Branchenindex Entwicklungen in den messerelevanten Segmenten untersucht. Für die zweite Erhebungswelle wurden im Juni und Juli 2026 weltweit 667 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Handel und Service befragt.
Mit einem Indexwert von 100,4 nach 100,1 in der ersten Erhebungswelle bleibt das globale Geschäftsklima demnach nahezu unverändert und insgesamt verhalten. Die Industrie zeigt sich dabei etwas zuversichtlicher als die Befragten aus Handel und Service. Auch regional bestehen Unterschiede: Asien liegt mit 4,2 Indexpunkten über dem Gesamtindex, Amerika mit 2,3 Punkten, während Europa mit 1,2 Punkten darunter liegt.
„Die Wirtschaft befindet sich derzeit weniger in einer Erholung als unter dem Druck zur Neuorientierung. Zwar stabilisiert sich die Stimmung punktuell, zugleich verlagern sich die Belastungen von einer schwachen Nachfrage hin zu geopolitischen Unsicherheiten, steigenden Kosten und Handelshemmnissen“, so Dr. Ralf Deckers, Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics am IFH Köln.
Kosten und Krisen rücken in den Mittelpunkt
In der Industrie nennen 84 Prozent die globale Unsicherheit durch Kriege und Konflikte als zentrale Herausforderung – gegenüber 52 Prozent in der ersten Erhebungswelle. Gleichzeitig gewinnen steigende Produktionskosten an Bedeutung: Ihr Anteil steigt von 51 auf 66 Prozent. Auch bei Handel und Service nimmt die globale Unsicherheit zu – von 46 auf 63 Prozent.
Die militärischen Auseinandersetzungen in der Golfregion und die damit verbundenen Risiken für zentrale internationale Handels- und Energierouten verdeutlichten, wie eng geopolitische Stabilität, globale Lieferketten und wirtschaftliche Planungssicherheit miteinander verbunden sind, unterstreichen die Marktbeobachter. Gleichzeitig steigen die Beschaffungskosten, während die Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte im Vergleich zur ersten Erhebungswelle an Bedeutung verliert.
In Amerika geben 74 Prozent der Befragten an, von Zöllen und Handelsbeschränkungen stark oder sehr stark betroffen zu sein. In Asien liegt der Wert bei 66 Prozent, in Europa bei 42 Prozent. In der ersten Erhebungswelle lagen die Werte bei 75 Prozent in Amerika, 58 Prozent in Asien und 33 Prozent in Europa. Damit nimmt die Belastung insbesondere in Asien und Europa zu. Trotz dieser Entwicklung fühlten sich die Unternehmen nicht wesentlich besser auf Veränderungen bei Zöllen und Importbeschränkungen vorbereitet, hält die Studie fest.

KI-Nutzung trifft auf strukturelle Hürden
Künstliche Intelligenz wird derzeit vor allem für Content-Erstellung und medienbezogene Anwendungen genutzt. In der Industrie ist die Nutzung bereits etwas weiter fortgeschritten als bei Handel und Service. Die größten Herausforderungen bei der Einführung von KI liegen laut zweiter Erhebungswelle vor allem in fehlendem Know-how sowie in der Integration in bestehende Systeme. Auch Budgetfragen, fehlende Ressourcen sowie Datenschutz- und Sicherheitsrisiken spielen eine Rolle.
Verhaltener Ausblick
Trotz der Belastungen blicken die Unternehmen auch positiv auf die kommenden Monate. Die Industrie zeigt sich zuversichtlicher als Handel und Service. Auch die leichte Verbesserung der Umsatzentwicklung deute auf erste Erholungstendenzen hin, erklärt Deckers. Insgesamt blieben die Erwartungen jedoch verhalten. „Unternehmen passen sich zunehmend an das volatile Umfeld an, doch von einem breit getragenen Aufschwung kann noch keine Rede sein“, unterstreicht er.












