Am 30. Juli 2026 war der Earth Overshoot Day. Seit diesem Tag verbraucht die Menschheit rechnerisch mehr natürliche Ressourcen, als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Diese Herausforderung betrifft insbesondere das Bauwesen. Wie Materialien effizienter genutzt und Rohstoffe im Kreislauf geführt werden können, gehört somit zu den zentralen Zukunftsaufgaben der Branche – mit denen sich auch die Messe Bau vom 11. bis 15. Januar 2027 in München beschäftigt.
Lange Zeit lag der Fokus vor allem auf dem Neubau. Heute rückt jedoch zunehmend der Gebäudebestand in den Fokus, so die Veranstalter. Denn was bislang vor allem als Bestandsimmobilie betrachtet wurde, entwickelt sich zunehmend zu einer potenziellen Rohstoffquelle. Das Wuppertal Institut spricht in diesem Zusammenhang von einem Wandel „vom Ressourcenfresser zum Ressourcenlager“.
Neben der Wiederverwendung bestehender Materialien rückt auch die Weiterentwicklung von Baustoffen in den Fokus; Beton und Zement würden auch künftig unverzichtbar bleiben. Gleichzeitig arbeiten Hersteller, Forschungseinrichtungen und die Industrie an neuen Lösungen, um Emissionen und Materialeinsatz zu reduzieren.
Außerdem sollen Digitale Produktpässe (Digital Product Passports, DPPs) künftig Umweltinformationen, Konformitätsdaten und weitere produktspezifische Informationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg verfügbar machen. Das Ziel besteht darin, Transparenz und Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette zu verbessern.
Entsprechend dieser Entwicklungen wird der verantwortungsvolle Umgang mit Materialien und Ressourcen die Entwicklung der Bauwirtschaft in den kommenden Jahren maßgeblich prägen, sind sich die Messeveranstalter sicher. Auf der Bau 2027 präsentieren dementsprechend Hersteller, Planer, Forschungseinrichtungen und Start-ups Möglichkeiten, wie sich Kreislaufwirtschaft, Materialeffizienz und digitale Transparenz in die Baupraxis integrieren lassen. Vorgestellt werden unter anderem neue Baustoffe, innovative Produkte, digitale Werkzeuge sowie Konzepte für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Gebäudebestands.














