Corona-Virus und Deutschland

Ausverkaufte Masken und keine Dienstreisen mehr nach China

Atemschutzmasken werden jetzt auch in deutschlen Baumärkten knapp - weil unter anderem viele nach China verkauft werden (Foto: Picasa).
Atemschutzmasken werden jetzt auch in deutschlen Baumärkten knapp - weil unter anderem viele nach China verkauft werden (Foto: Picasa).
31.01.2020

In den deutschen Apotheken sind Atemschutzmasken bereits ausverkauft oder werden bedenklich knapp und auch die Baumärkte registrieren einen deutlichen Nachfrageanstieg nach Schutzmasken für Mund und Nase (sogenannte Staubmasken), die eigentlich nur für Heimwerkertätigkeiten gedacht sind. Hauptkundengruppen sind (noch) weniger deutsche Mitbürger als vielmehr Reisende aus dem asiatischen Raum, die namentlich Schutzmasken nach den FFP2- bzw. FFP3-Standard (letztere halten auch Viren ab) kaufen wollen. Außerdem werden größere Kontingente in Deutschland geordert und nach China versandt, da dort die Masken ausverkauft sind. Jedoch können inzwischen auch Großhändler solche Maskentypen kaum mehr liefern. Deshalb wird häufig auf Staubmasken ausgewichen. Der Konzernsprecher eines großen Baumarktbetreibers bestätigt die höhere Nachfrage, aber auch das gestiegene mediale Interesse an dem Thema.
Inzwischen reagieren auch deutsche Unternehmen, die in China produzieren lassen, auf die dortigen Auswirkungen der Corona-Virus-Epidemie. So hat die Unternehmensgruppe Fischer für ihre rund 400 Mitarbeiter in China Atemschutzmasken gekauft - in Deutschland.
Insgesamt besorgte Fischer spontan 4.000 Atemschutzmasken für insgesamt knapp 20.000 Euro, wovon 2.000 direkt per Luftfracht nach China geliefert werden. Die weiteren 2.000 Masken lagert das Unternehmen zunächst ein, um gegebenenfalls schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. "Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme für unsere Belegschaft in China", sagt Firmeninhaber Prof. Klaus Fischer.
Hintergrund ist, dass die Mitarbeiter von Fischer in China wegen des Corona-Virus keine Atemschutzmasken mehr im eigenen Land erhalten, da alle Masken ausverkauft sind. Dienstreisen nach China werden bei Fischer bis auf Weiteres nicht durchgeführt; eine ähnliche Entscheidung hat auch Obi getroffen. Fischer ist mit seinen Unternehmensbereichen Fischer Befestigungssysteme und Fischer Automotive jeweils in Taicang bei Schanghai und mit Fischer Consulting sowie einer Einkaufsgesellschaft direkt in Schanghai angesiedelt; Obi hat ein Einkaufsbüro in Shanghai. Übrigens wurden in China auf Bitten der Behörden die Ferien zum chinesischen Neujahrsfest wegen der Corona-Epidemie verlängert.
Zur Startseite
Mehr zum Thema
Das neue Abo: Print – Digital – Online
Jetzt gratis testen
diy Fachmagazin für die Baumarkt- und Gartenbranche
Lesen Sie auch