Nein, es sind keine guten Zeiten für den DIY-Handel, das muss man schon so sagen. „Keine guten Zeiten“ heißt: Die Spielräume für Investitionen oder gar fürs Ausprobieren neuer Ideen gibt es im Moment nicht wirklich. So schön das immer klingt, wenn von der „Kultur des Scheiterns“ die Rede ist – derzeit scheint eine Kultur des Festhaltens-an-halbwegs-Bewährtem angebrachter.
Ist das so? Heißt es nicht auch immer, dass die guten Unternehmen gerade in schlechten Zeiten in Innovationen investieren und gerade deshalb gut sind? Und beklagen nicht wenige in der Branche einen schon zwei Jahrzehnte andauernden Innovationsstau?
Jochen Vogel, seit einem Jahr CEO von Toom, hat diese Klage auf dem BHB-Kongress und auch im diy-Interview geführt – weswegen es mich nur so mittel wundert, dass ausgerechnet von Toom ein solches Innovationssignal kommt und in dieser Ausgabe gelandet ist: Während der Heimtiermarkt stagniert, investiert die Baumarktkette in dieses Segment und holt sich die Kompetenz von Zoo Royal, der Heimtier-Schwester in der Rewe-Gruppe, per Shop-in-Shop auf die Fläche.
Was Toom da macht, kann man auch in einem größeren Rahmen sehen. Die Baumärkte besinnen sich auf ihre alte Stärke und tun, was diese Branche schon immer konnte: Sie besetzen Fachhandelsthemen, besorgen sich die entsprechenden Sortimente und holen sich systematisch Marktanteile. Das haben sie ganz am Anfang mit dem Eisenwarenhandel so gemacht, dann seit Manfred Maus mit den Gartencentern, und eine ganze Weile später im Segment Baustoffe.
Den jüngsten Neuzugang beim letztgenannten Thema haben wir ebenfalls in diesem Heft: Obi hat – erstaunlich spät, wie ich finde – erkannt, was in diesem Markt zu holen ist, und ein eigenes Pro-Konzept entwickelt. Bauhaus und Hornbach, aber auch die großen europäischen Gruppen Adeo und Kingfisher machen schließlich schon lange vor, worum es hier geht.
Denn anders als im Falle des seligen Eisen-Karls und der Gartencenter wird hier nicht das komplette Geschäftsfeld des Baustoff-Fachhandels angegangen; Großbaustellenbelieferung per Streckengeschäft ist nicht das Thema. Das Thema sind die nicht ganz so großen Bau- und Handwerksbetriebe, ist mehr der Aus- und weniger der Rohbau. Das ist aus Sicht der Baumärkte auch gut so, wenn man sich die Bedrohungslage im Baustoffhandel anschaut; diese Branche steht schließlich vor immer neuen Anforderungen beispielsweise an eine präzise Baustellenlogistik, und ihre Existenzberechtigung wird hie und da schon durch Dinge wie das modulare…












