Die Internationale Eisenwarenmesse bietet Handelsunternehmen und Einkaufenden aus aller Welt vom 3. bis zum 6. März 2026 in den Kölner Messehallen einen Überblick über aktuelle Trends sowie die neuesten Produkte der Hartwarenbranche – von Werkzeugen und Zubehör über Bau-, Heimwerker- und Industriebedarf bis hin zu Beschlägen, Befestigungs- und Verbindungstechnik. Mehr als 2.600 internationale Aussteller aus 48 Ländern präsentieren zahlreiche Neuheiten. Vorab geben die Veranstalter einen Ausblick auf die zentralen Themen.
Sichere Sache
Aktuelle Werkzeugserien verbinden Benutzerkomfort mit erhöhten Sicherheitsstandards. Bei neuen und bewährten Arbeitsgeräten soll durchdachtes Design den Gebrauch sicherer machen – sei es bei Klemmzangen mit neuem Pumpmechanismus, Spaten mit verstärktem Tritt oder bei Teleskop-Leitern mit vergrößerter Standfläche. Für das Bewegen schwerer Möbel stehen zudem neue Hebevorrichtungen und Schwerlast-Aufhänger bereit. Auch 3D-Alarm-Sensorik und die neuesten Bluetooth-Standards für Schlösser und Türöffner sollen mehr Sicherheit gewährleisten.

Gesündere Geräte
Gesundheit ist ein Megatrend – das gilt auch für die Hartwarenbranche, weiß man bei der Koelnmesse. Viele Werkzeuge erhalten daher ein ergonomisches Upgrade für die leichtere Anwendung. Beispiele sind Zangen und Biegewerkzeuge, die für weniger Kraftaufwand und eine schonende Körperhaltung optimiert wurden. Mehr Gesundheitsschutz bieten auch lärmreduzierte Rührwerke für Beton und Mörtel oder Arbeitskleidung mit verbessertem UV-Schutz. Gesünder Arbeiten lässt sich außerdem mit ungiftigen Baustoffen, die zudem einfacher entsorgt werden können.
Kompaktes Format
Eine optimierte Anwendung ermöglichen auch neue Kompaktversionen bewährter Werkzeuge und Geräte. Entscheidender Vorteil ist deren geringes Gewicht, das ein längeres ermüdungsfreies Arbeiten ermöglichen soll, zum Beispiel beim Sägen, Schweißen oder Abisolieren. Reduzierte Produktformen eignen sich zudem für kleinere Hände und den Einsatz in engeren Arbeitsbereichen. Dafür wurden auch kompakte Handstaubsauger und Hochdruckreiniger konzipiert, die ebenfalls auf der Messe ausgestellt werden. Eine effizientere Energieversorgung liefern etwa handliche Batteriestationen. Nachhaltiger Nebeneffekt solcher Produkte, merken die Branchenexperten an: Kleinere Form bedeutet weniger Material und weniger Platz beim Transport, sodass weniger CO2-Emissionen entstehen.
Längere Lebensdauer
Umweltschonende Lösungen sind weiterhin stark nachgefragt, unterstreicht die Koelnmesse. Das zeigt sich unter anderem in der vermehrten Verwendung von recyceltem Kunststoff aus Post-Consumer-Abfällen für Werkzeugteile und Werkzeugkoffer. Wenig oder gar keinen Kunststoff enthalten neue Kartuschen oder Verpackungen für Nägel und Schrauben, die aus recycelbarem Papier bestehen. Eine Wiederverwendung finden auch gebrauchte Garne und Stoffe in aktuellen Kollektionen von Arbeitskleidung. Mit der Veredelung von Werkzeug-Zubehör wie Schleifbändern und Sägeblättern will man deren Lebensdauer verlängern und Abfall vermeiden.
Wandelbare Werkzeuge
In der Baubranche kommen stetig neue Materialien und Baustoffe auf den Markt. Moderne Werkzeuge sollten sich diesem Wandel anpassen, raten die Marktexperten. Das gelinge unter anderem mit Wechselsystemen für Klingen, Rührwerke oder Bohraufsätze. Ebenso flexibel sind kabellose Ladegeräte. Vielseitigkeit versprechen auch Ultraschall-Reinigungsgeräte, die komplexe Maschinen ebenso säubern wie empfindliche Elektronik oder große Baumaschinen.

Frische Farben
Einen Einfluss auf die Neuheiten der Hartwarenbranche haben auch Mode- und Einrichtungstrends. Werkzeuge sind heute zum Beispiel von natürlichen Farben inspiriert. Im Trend liegen auch schwarze Oberflächen, um die Exklusivität der Produkte oder ihre moderne Ästhetik zu betonen. Frische Farbtöne ergänzen die ansonsten eher gedeckte Farbwelt von Geräten und Zubehör. So kommt ein Hammer heute auch einmal in leuchtendem Pink daher – „ein modisches Statement und zugleich ein Vorteil bei der Suche nach dem Werkzeug auf der Baustelle“, betont man in Köln.
Zwei Fragen an …
Welche dieser Trends hat Ihrer Meinung nach insbesondere für die Baumarktbranche Relevanz?
Sebastian Hein: Ich denke das viele der Trends die Baumarktbranche maßgeblich prägen. Nachhaltigkeit ist heute ein Verkaufsargument und die Initiativen wie „Make it Zero“ von EDRA/Ghin zeigen, dass die Branche das versteht.
Zentrale Akkusysteme werden in attraktiv inszenierten Hersteller-Themenwelten dargestellt. Und auch die zunehmende Popularität von DIY-Projekten wird von der Branche adaptiert und gefördert: Motiviert von Handwerksinfluencern und Online-Tutorials, die teilweise ja auch von den Baumarktbranche selbst konzipiert und produziert werden, trauen sich ambitionierte Heimwerker heute auch an anspruchsvolle Projekte, die bisher dem professionellen Handwerk vorbehalten waren.
Das schafft einen Bedarf an projektspezifischem Spezialwerkzeug und beschert zusätzliches Absatzpotenzial sowie Kundenbindung. Andersherum versorgt sich mittlerweile auch das professionelle Handwerk in Baumärkten und profitiert von den dort aufgelegten Bonusprogrammen für Gewerbetreibende und effizienten Drive-In-Areas.

Wie läuft Trendforschung für die Internationale Eisenwarenmesse ab?
Die Trendforschung für die Internationale Eisenwarenmesse ist als qualitative Untersuchung angelegt. Sie basiert auf der inhaltlichen Analyse von Produktneuheiten, Konzepten und Entwicklungen innerhalb der internationalen Hartwarenbranche. Ein zentraler Baustein ist der enge Austausch mit unseren Ausstellern, die frühzeitig Einblicke in ihre Innovationen geben.
Ergänzend dazu haben wir eine spezialisierte Agentur beauftragt, die die Neuheiten systematisch auswertet und qualitative Muster sowie übergreifende Markt- und Designtrends identifiziert. Diese Erkenntnisse werden mit unseren eigenen Marktbeobachtungen sowie dem kontinuierlichen Dialog mit Handel, Industrie und Verbänden zusammengeführt. Auf diese Weise entsteht ein fundiertes, qualitatives Trendbild, das technologische Innovationen ebenso berücksichtigt wie gesellschaftliche Megatrends, etwa Sicherheit, Gesundheit, Ergonomie und Nachhaltigkeit, und die inhaltliche Ausrichtung der Messe prägt.
Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 3/2026.












