Warum haben Sie sich für die Zusammenarbeit mit dieser Marke entschieden?
Ich arbeite mit Alpina schon seit mehreren Jahren zusammen und schätze die wohl-kuratierte Farbpalette neben dem Streichkomfort sehr. Die einzelnen Farbtöne sind wohl nuanciert, im Zeitgeist und lassen sich untereinander wunderbar kombinieren.
Warum, denken Sie, wurde in diesem Jahr eine Weißnuance gekürt?
Ich war überrascht, als die Color of the Year verkündet wurde. Eine Weißnuance ist bei all der Farbvielfalt dieser Welt natürlich zunächst für viele verwunderlich. Die Erklärung dahinter liegt jedoch zum einen im Wunsch nach Frieden in der Welt und vielleicht auch in einer Art Reset-Knopf: ein frischer Start in ein Jahr, das im chinesischen Horoskop die Energie des Pferdes widerspiegelt und für Transformation, Dynamik, Leidenschaft und Befreiung steht. So gesehen macht der Ton durchaus Sinn.

Welche Gestaltungen lassen sich mit Cloud Dancer umsetzen?
Für mich persönlich ist diese Weißnuance wunderbar ausgewogen. Es handelt sich um einen warmen, freundlichen und angenehm einladenden Weißton, der sich perfekt als Leinwand eignet, um anderen Elementen eine Bühne zu geben.
Als Wandfarbe lässt er sich nahezu mit allen Farbwelten kombinieren, dient als ideale Basisfarbe und verstärkt die Strahlkraft der ergänzenden Töne. Durch seine warme Nuance wirken Räume unmittelbar gemütlicher, und gerade in kleineren Räumen entsteht eine luftige, offene Atmosphäre.
Welche Stile, welche Möbel und Dekorationsartikel passen dazu?
Ich würde mich fast so weit aus dem Fenster lehnen zu behaupten, dass diese Nuance zu nahezu allem passt – denn was passt eigentlich nicht zu Weiß? Ob monochrom, eklektisch mit kräftigen Farben kombiniert oder erdig im Zusammenspiel mit Braun- und Naturtönen: Cloud Dancer passt sich mühelos an und bringt dabei stets die nötige Wärme mit.
Persönlich sehe ich die Farbe vor allem in einer Soft-Minimal- oder Japandi-Ästhetik. In Kombination mit warmen Hölzern, natürlichen Materialien wie Naturstein oder Rattan und als bewussten Bruch mit soften Messing- oder gehämmerten Chrom-Elementen entfaltet sie ihre besondere Wirkung.

Die „Pantone Color of the year“ findet sich ja nicht nur bei Wandfarbe. Sie beeinflusst die Gestaltung von Tassen, Vasen, und die Designs in der Modeindustrie, sogar Blumen sind in dieser Farbe erhältlich. Kurz gesagt: Sie ist ein Phänomen, das Einfluss auf die Designbranche hat. Warum braucht die Branche so etwas?
Ich denke, Pantone ist im Laufe der Jahre zu einem internationalen Begriff geworden, den auch der Endverbraucher kennt und schätzt. Eine Art Kompass, dem man vertraut, um up to date zu sein.
Durch die zahlreichen Pantone-Kooperationen in den verschiedensten Bereichen gibt es mittlerweile ja auch viele Produkte in der Farbe des Jahres: sei es eine Kitchen Aid, das neueste Samsung-Mobiltelefon oder Play Doh; die Liste ist lang.
Nicht jede Color of the Year ist gleich sichtbar in der Welt. Vergleicht man zum Beispiel die Color of the Year 2024, Peach Fuzz, ein weiches Pfirsichrosa, mit Cloud Dancer, wird direkt deutlich, dass man eine Weißnuance in der Designwelt automatisch häufiger wahrnehmen wird, und das hat, glaube ich, nichts damit zu tun, ob es die Farbe des Jahres ist oder nicht.
Trend-Forecasts gibt es seit Jahrzehnten, denkt man an Lidewij Edelkoort oder WGSN, und der Zeitgeist, die gesellschaftliche Entwicklung und die Zukunftsprognosen sind für mich als Designer das Lebenselixier für gutes Design. Nur wer den Nerv der Konsumenten trifft, schafft langfristig relevante Produkte.
Deshalb brauchen wir ein feines Gespür für gesellschaftliche Tendenzen und eben auch eine Pantone Color of the Year.
Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 3/2026.












