E-Bikes sind weiterhin beliebt – und werden immer günstiger. 
E-Bikes sind weiterhin beliebt – und werden immer günstiger. 
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Fahrradmarkt | Langfassung

Eine Branche strampelt sich zurück

Branchenbeobachter sehen für den Fahrradmarkt – nach einer schwierigen Phase – wieder ein Licht am Ende des Tunnels. 
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Es ist ein ständiges Auf und Ab auf dem Fahrradmarkt: Erst ein Boom – insbesondere bei den E-Bikes – während der Coronazeit, dann fielen die Umsatz- und Absatzzahlen. Das hielt auch im zurückliegenden Jahr noch an, meldet die Strategie- und Transaktionsberatung EY-Parthenon im Rahmen einer Studie. Demnach schrumpfte die Zahl der verkauften E-Bikes 2024 gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 2,0 Millionen, der damit erwirtschaftete Umsatz ging um 12 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro zurück.

Bei den mechanischen Fahrrädern geht es wieder bergauf. Im vergangenen Jahr fanden in Deutschland 1,8 Millionen davon einen Käufer. Nachdem die Zahl der verkauften Räder im Jahr 2023 noch um 21 Prozent geschrumpft war, verlangsamte sich der Rückgang im Jahr 2024 auf minus 5 Prozent. Im Jahr 2020 lag der Absatz mechanischer Fahrräder noch bei 3,1 Millionen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen im Vorjahresvergleich um 6 Prozent auf 500 Euro.

Derweil wurden die E-Bikes günstiger: Nach deutlichen Preisanstiegen in den Vorjahren sank der Durchschnittspreis in Deutschland im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 2.650 Euro. Als Gründe für den Preisrückgang vermuten die Marktbeobachter die geringere Nachfrage, die Reduzierung der Lagerbestände und eine leichte Verschiebung der Vertriebskanäle weg vom stationären Handel hin zu Online-Plattformen und Direct-to-Consumer-Spezialisten.

„Die hohen Lagerbestände sind ein Problem – das aber von der Branche angegangen wird“, analysiert Dr. Stefan Mohr, verantwortlich für das Sportbusiness bei EY. Der Lagerbestand schrumpfte von 1,5 Millionen Fahrrädern im Jahr 2023 auf 0,8 Millionen im Jahr 2024. „Für das Jahr 2025 rechnen wir mit einem weiteren Rückgang des Lagerbestands um 10 bis 20 Prozent“, merkt er an.

Der deutsche Fahrradmarkt bleibe jedoch europaweit der mit Abstand größte Absatzmarkt, hält die Ernst-and-Young-Tochter fest: Mit einem Gesamtvolumen von 6,3 Mrd. Euro – 10 Prozent weniger als im Vorjahr –, lag der Umsatz in Deutschland deutlich höher als in Italien, dem zweitgrößten Markt (2,6 Mrd. Euro, Umsatz auf Vorjahresniveau) und Frankreich (2,0 Mrd. Euro, minus 8 Prozent). Insgesamt schrumpfte der europaweit erwirtschaftete Umsatz der Fahrradbranche um 6 Prozent auf 18,1 Mrd. Euro.

Auch für Fahrradzubehör gibt es weiterhin einen Markt mit Potenzial, ist man sich beim Zweiradverband sicher. 
Auch für Fahrradzubehör gibt es weiterhin einen Markt mit Potenzial, ist man sich beim Zweiradverband sicher.  (Quelle: Dähne Verlag, Strnad)

Vor allem im E-Bike-Segment liegt Deutschland vor den anderen europäischen Ländern: 86 Prozent des hierzulande…

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