Am Einzelhandel vorbei

30.05.2008
Das verfügbare Einkommen steigt laut BBE Experts; doch die Verbraucher investieren eher in Vorsorge und Dienstleistungen

Die verfügbaren Einkommen - die Nettoeinkommen aus abhängiger Arbeit, Unternehmertätigkeit und Kapitalanlagen sowie die Sozialeinkommen - werden sich in Deutschland laut Vorausberechnungen der Wirtschaftsforschungsinstitute und Prognosen der BBE Retail Experts, Köln, im laufenden Jahr auf rund 1.565 Mrd. € belaufen, was einem nominalen Wachstum gegenüber dem Vorjahr von etwa 3,1 Prozent entspricht. Pro Kopf der Bevölkerung beziffert sich das für das laufende Jahr prognostizierte verfügbare Einkommen damit auf einen Durchschnittswert in Höhe von etwas mehr als 19.000 €.
BBE Experts rechnet damit, dass der private Konsum um ca. 3,9 Prozent auf etwa 1.357 Mrd. € zulegen wird - die höchste Zuwachsrate seit 2001. Somit stellen die Konsumausgaben der privaten Haushalte 2008 einen Anteil von 86 Prozent am verfügbaren Einkommen dar, was eine Steigerung von 0,1 Prozentpunkten gegenüber 2007 bedeutet.
Während sich die Ausgabenanteile für Wohnung, Wasser, Strom, Gas etc. (einschließlich Mietwert der Eigentümerwohnungen) auf 24,5 Prozent (rund 320 Mrd. € 2007) weiter erhöhen, werden sich gleichzeitig die Ausgabenanteile für den Einzelhandel (im engeren Sinn) weiter reduzieren. Auf der Basis der Prognosewerte ist damit zu rechnen, dass der Einzelhandel i. e. S. im laufenden Jahr nur noch zu 29,2 Prozent am gesamten privaten Verbrauch partizipieren wird. Allein gegenüber dem Jahr 2000 bedeutet dies einen relativen Anteilsverlust von 4,1 Prozentpunkten. Die Ausgaben im gesamten Einzelhandel (d. h. einschl. Kfz-Handel und Tankstellen) werden für das laufende Jahr auf 506,6 Mrd. € geschätzt, was einem Zuwachs von insgesamt eher enttäuschenden 1,5 Prozent entspricht.
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