Beleuchtung entwickelt sich zunehmend zu einem datenbasierten, adaptiven System: Sensorik, vernetzte Leuchten und KI-gestützte Steuerungen ermöglichen eine präzise, bedarfsgerechte Lichtverteilung, die sich automatisch an Anwesenheit, Tageslicht und Nutzungsszenarien anpasst. Das war auf der diesjährigen Messe Light + Building live erlebbar.
Auf dem sogenannten Sunlight Boulevard auf dem Stand von Signify etwa simulierten Tageslichtleuchten den Verlauf der Sonne und auch den Schatten. Die Marke Phillips Hue, die Signify unter anderem auch über Baumärkte vertreibt, setze auf ähnliche Technologien, merkt Silja Rieke aus der Kommunikationsabteilung an. Aber auch in den Baumärkten selbst kommt Tageslichtbeleuchtung der Nature-Connect-Linie von Signify zum Einsatz: In der Farbmischstation hilft sie dabei, einen Farbton zu erzielen, der auch im lichtdurchfluteten Zuhause genauso aussieht wie im – manchmal etwas dunkleren – Markt. Mit 3D-gedruckten Leuchten von Mycreation spricht Signify zudem das Trendthema Individualisierung an. Sie seien darüber hinaus nachhaltig, unterstreicht Rieke, weil sie aus wiedergewonnenen Materialien bestehen und lokal produziert werden.

Das entspricht auch einer Entwicklung, die die Veranstalter für den Bereich Licht identifiziert haben: „Nachhaltige Materialien, langlebige Komponenten sowie kreislauffähige Produktdesigns unterstreichen die langfristige Ausrichtung der Branche“, hält die Messe Frankfurt fest. Gleichzeitig bleibe Licht ein zentrales Gestaltungselement der Innenarchitektur: Es schaffe Atmosphäre, lenke die Wahrnehmung und steigere die Aufenthaltsqualität.
Das griff auch Brennenstuhl mit seinen Ambiente- und Campingleuchten auf, die im neuen Branding unter dem Namen Brennenstuhl Adventure gelauncht werden. Im Frühjahr ist dazu eine Kampagne gestartet. „Die Adventure-Leuchten können per USB-C-Kabel aufgeladen werden. Dadurch setzen wir auf den EU-weit etablierten USB-C-Standard als Steckverbindung“, erklärt Thomas Behrens, Verkaufsleiter DIY.

Außerdem seien immer mehr Leuchten mit austauschbaren Akkupacks ausgestattet, die sich geräteübergreifend nutzen lassen. Auch hier reagiere man auf Vorgaben aus Brüssel, so Behrens: „Die EU stellt höhere Anforderungen an die Austauschbarkeit von Akkus. Wir statten unsere Geräte daher zunehmend mit entsprechenden Lösungen aus, sowohl bei Ambiente-Outdoorleuchten als auch bei Handlampen.“ Ein weiterer Trend sei Wireless Charging. Brennenstuhl hat hier ein neues Wireless-Ladepad für Handwerker entwickelt, mit dem sich neben einigen Brennenstuhl LED-Werkstattleuchten auch Smartphones kabellos aufladen lassen.

Auch der französische Anbieter Legrand hat es sich zum Ziel gesetzt, Anwendern komfortable und installationsfreundliche Lösungen zu bieten. So präsentierte er die modernisierte Aufputz-Schalterserie Plexo New für Feuchträume. Die Serie wurde umfassend überarbeitet, um Installateuren mehr Flexibilität und Komfort zu bieten: Die Einsätze lassen sich einhändig über ein Clip-System entnehmen. Durch das ebenfalls herausnehmbare Gehäuse kann der Grundkörper freigelegt werden, was den Raum für die Verdrahtung vergrößert und so die Installation erleichtert. Um die Anzahl an mitzuführenden Varianten zu reduzieren und spontane Entscheidungen vor Ort zu erleichtern, wurden modulare Schalter mit 3 in 1-Funktion entwickelt. Für den Point of Sale bietet Legrand neben der bislang üblichen Präsentation im Schwerlastregal zusätzlich Displaylösungen an, die auf den Freiflächen der Märkte als Eyecatcher dienen. Ergänzend dazu bieten sich Wobbler mit QR-Codes an, die zu weiterführenden Produkt- und Installationsinformationen führen.

Viele Funktionen in einem Produkt – dafür hat auch Wiha eine Lösung. Seit Herbst 2025 ist der Pro Buddy Evo im Handel, ein kompaktes Werkzeughalter-Set samt vollwertigem Schraubendrehergriff und feiner Miniratsche. Ebenfalls sehr kompakt ist die Mini-Wasserwaage Pocket. Sie besitzt zwei Zentrierspitzen, die auf einen Abstand von 60-mm genormt sind und daher genau in alle gängigen Unterputzdosen passen, während eine Kerbe das Handling bei Hohlwanddosen vereinfacht. Außerdem halten zwei Magnete die Wasserwaage an Ort und Stelle. „Bei der Steckdosenmontage ist höchste Präzision gefragt – doch herkömmliche Wasserwaagen sind dafür oft zu groß oder unhandlich. Die Mini-Wasserwaage Pocket von Wiha wurde speziell für diese Anforderungen entwickelt“, erklärt Anne Jakubowski aus dem Marketing. Sowohl für Profis als auch für den ambitionierten Hobby-Handwerker dient der E-Schraubendreher Speed E Pocket Drive. „Seine Anwendung beschleunigt nicht nur Verschraubungen, die sonst von Hand ausgeführt werden, sie macht sie auch muskel- und gelenkschonender“, merkt sie an.
Kompakte, anwenderfreundliche Technik war ebenfalls auf dem Stand von Theben zu erleben, und zwar live: Bei einer Challenge konnten die Besucherinnen und Besucher unter Beweis stellen, wie schnell sie einen Raumtemperaturregler einbauen können. Zur Installation sei weder eine App nötig, noch benötigt man für die Montage eine Schraube, erläuterte Carmen Holderied, verantwortlich für die Medienarbeit. Der Regler wird einfach eingeklickt. Schnell installiert dank vormontierter Anschlusskabel ist auch ein neuer Unterputz-Stromstoßschalter, der eine geräuschlose Lichtsteuerung ermöglicht. Mit seiner besonders kompakten Bauform lässt er sich flexibel hinter jedem Taster einsetzen, ebenso wie der Dimmer aus der Mini-Unterputzreihe. Außerdem sei Sanieren im Bestand ein großes Thema, weshalb der Hersteller diese speziellen Lösungen etwa für die Altbausanierung anbietet.
Theben ist vor allem für Zeitschaltuhren bekannt, berichtet sie. Bei diesen Produkten legten Kunden besonderen Wert auf Langlebigkeit, weiß Holderied. Den klassischen Theben-Timer gibt es bereits seit 50 Jahren, daher bringt das Unternehmen in diesem Jahr eine Jubiläumsedition heraus.

Grund zum Feiern hatte man auch bei Jokari. Das Kabelmesser wird 60 Jahre alt. Die Idee von Firmengründer Josef Krampe: Ein Werkzeug schaffen, das das Abisolieren vereinfacht, beschleunigt und dafür sorgt, dass die im Kabel liegenden Kupferdrähte nicht beschädigt werden. Die Firmengeschichte hat der Anbieter in einem Pixie-Buch veranschaulicht. Die Anwendung der Werkzeuge – neben dem Kabelmesser gibt es noch mehr als 80 andere, die allesamt in Deutschland hergestellt werden – führten die Mitarbeitenden direkt am Stand vor. „Wir lieben das“, berichtet der Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, Frank J. Goebbels. Und auch die Besucherinnen und Besucher blieben immer wieder stehen. „Es ist nie leer hier“, sagt er und zieht ein, wie er unterstreicht „mega-gutes Fazit“.
Ähnlich positiv fallen auch die Rückmeldungen weiterer Aussteller aus: Die neuen Messgeräte Installations- und Gerätetester MFT One und PAT One mit der Dokumentations-App Sparkify seien ein starker Besuchermagnet, betonte etwa Anne Jakubowski von Wiha. Auch die Content Creator aus der Elektro-Community, die am Stand unterstützten, lockten viele Interessierte und Fans an. Auf dem Stand von Legrand standen die Menschen dicht an dicht. Das Unternehmen ist „sehr zufrieden“ mit dem Messeverlauf. Zahlreiche Besucher hätten großes Interesse an den neuen Produkten gezeigt. Sehr viel los war es auch auf dem Stand von Signify. Ein Formel-1-Wagen, den das Unternehmen als Hinweis auf seine Partnerschaft mit dem AMG Petronas-Team in den Messehallen präsentierte, habe Menschen angezogen, sagt Silja Rieke und ergänzt: „Auch der offene Stand ist ein großer Vorteil. Hier können wir die Produkte in ihren Anwendungsbereichen zeigen.“
Laut einer Umfrage der Veranstalter zeigten sich 95 Prozent der Besucherinnen und Besucher zufrieden mit ihrem Messebesuch und gaben an, ihre Ziele erreicht zu haben. Ebenso viele bewerteten das Ausstellungsangebot positiv. Vom 8. Bis 13. März 2026 kamen insgesamt 144.767 Besucher aus 143 Ländern nach Frankfurt am Main. 1.927 Aussteller aus 49 Ländern präsentierten technologische Lösungen – von der Elektrifizierung und Vernetzung von Gebäuden bis hin zu Licht- und Designkonzepten für Architektur, Städtebau und Innenräume. Die nächste Light + Building findet vom 5. bis 10. März 2028 in Frankfurt am Main statt.
Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 5/2026.












