Außenflächen bleiben beliebt

Immer weniger Europäer wohnen im eigenen Haus

Eine neue Studie zeigt, wie weit Wunsch und Wirklichkeit beim Zugang zu privatem Grün auseinanderklaffen, in Deutschland und in ganz Europa.(Quelle: Pexels, Plastic Lines)
Eine neue Studie zeigt, wie weit Wunsch und Wirklichkeit beim Zugang zu privatem Grün auseinanderklaffen, in Deutschland und in ganz Europa.
01.04.2026

Kein anderes Land in Europa priorisiert den privaten Außenraum beim Wohnen so stark wie Deutschland. Laut einer Datenanalyse der Onlineplattform Home24 sind für 54 Prozent der untersuchten Menschen hierzulande Garten, Balkon oder Terrasse die wichtigsten Kriterien bei der Wohnungswahl, der Spitzenwert in Europa. Gleichzeitig gehöre Deutschland zu den Ländern mit einem der niedrigsten Hausanteile des Kontinents, und wer in einer Wohnung statt im Haus lebe, müsse sich meist mit deutlich weniger Außenfläche begnügen, so die Autoren.

Der Anteil der Europäerinnen und Europäer, die in einem Haus leben, sinkt seit Jahren. 2010 betrug der Vorsprung des Hauses gegenüber der Wohnung noch 8,3 Prozentpunkte, 2024 sind es nur noch 3,5 Prozentpunkte. Am stärksten betroffen sind Malta (-14,3 Prozentpunkte seit 2010), Portugal (-11,5 PP) und Norwegen (-10,0 PP). Deutschland liegt mit -6,5 PP auf Platz fünf der Länder mit dem stärksten Rückgang.

38,5 Prozent der deutschen Bevölkerung leben in einem Haus. Auf dem Land leben hierzulande 61 Prozent in Häusern, der EU-Schnitt für ländliche Gebiete liegt bei 83 Prozent. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.500 Euro wohnen 22 Prozent in einem Haus. Ab 4.000 Euro netto kippt das Verhältnis: Ab hier wohnen 56 Prozent im Eigenheim.

67 Prozent der deutschen Haushalte besitzen einen Balkon oder eine Terrasse. „Auf der einen Seite wird der klassische Garten zunehmend zum Premium-Gut, das großzügig eingerichtet wird. Auf der anderen Seite beobachten wir eine kreative Revolution in den Städten: Die Menschen gestalten ihren Balkon als grüne Oase“, sagt Einrichtungsexperte Steven Schneider und merkt an: „Ob 3 m2 Balkon oder 300 m2 Garten, das Bedürfnis nach einem privaten Wohnzimmer an der frischen Luft ist bei allen Menschen gleich.“

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