Der Handel zeigt sich beim Thema Autonomous Commerce noch zurückhaltend. Das zeigt die gemeinsame Studie „Autonomous Commerce – Ein Fitness-Programm für den (B2B und B2C) Handel“ von IFH Köln und Novomind. Die dafür befragten 200 Unternehmen (B2B und B2C) erkennen darin große Potenziale – insbesondere im B2B, wo 49 Prozent deutliche Effizienzgewinne bei internen Abläufen erwarten. Auch kundenseitige Verbesserungen wie ein optimierter Bestellkomfort (56 Prozent insgesamt; B2B: 52 Prozent, B2C: 65 Prozent) stehen weit oben auf der Agenda. Andererseits zeigt sich aber auch eine erhebliche Orientierungslücke: Nur rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) weiß genau, was Autonomous Commerce umfasst. Die Mehrheit nähert sich dem Thema noch über Einzelaspekte wie automatisierte Einkaufs- und Nachbestellentscheidungen durch KI (48 Prozent).
„Viele Unternehmen erkennen das Potenzial von Autonomous Commerce, aber die meisten stehen erst am Anfang eines Lernprozesses. Wir sehen deutlich: Der Handel tastet sich Schritt für Schritt an diese neue Stufe der Digitalisierung heran“, erklärt Ralf Deckers, Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics beim IFH Köln.
Strukturen und Mentalität als Hürden
Ein großer Teil der Unternehmen sieht die technologische Komplexität (44 Prozent; B2B: 47 Prozent, B2C: 35 Prozent) und den Datenschutz (43 Prozent; B2B: 39 Prozent, B2C: 49 Prozent) als Haupthürden bei der Einführung von Autonomous Commerce an. Als weitere werden fehlendes Know-how von 41 Prozent (B2B: 45 Prozent; B2C: 31 Prozent), regulatorische Unsicherheit von über einem Drittel (35 Prozent) und fehlende Akzeptanz bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von 33 Prozent (B2B: 38 Prozent; B2C: 23 Prozent) genannt. Dabei zeigt sich bei B2B und B2C eine teilweise deutlich unterschiedliche Gewichtung je nach Hürde.
„Zahlreiche Hürden bremsen das Zukunftsthema Autonomous Commerce in den Unternehmen noch aus. Die größten liegen weniger in der Technik als in Strukturen, Ressourcen und Mentalität. Der Wissensstand zu Autonomous Commerce unter den Unternehmen ist eher heterogen, das Potenzial für den zukünftigen Unternehmenserfolg aber riesig. Das zeigt auch die hohe Dynamik, die das Unterthema ‚Agentic Commerce‘ gerade im Markt entwickelt“, so Markus Rohmeyer, CPO bei Novomind.












