Die Freizeitweltmeister in Zeitnot

20.09.2004

Den Deutschen fehlt mehr und mehr Freizeit – zum Beispiel fürs Konsumieren. Auch das Selbermachen in Haus und Wohnung nagt am Zeitbudget

Die Behauptung vom „Freizeitweltmeister Deutschland“ stimmt nicht mehr, die Menschen haben immer weniger freie Zeit. Das ist die Kernthese einer Studie des B. A. T. Freizeitforschungsinstituts. Jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) und die Hälfte der Berufstätigen (50 Prozent) hat am Tag weniger als drei Stunden Freizeit zur Verfügung – Zeit, die auch zum Konsumieren fehlt, wie die Autoren festhalten. Die Ursachen dieser Entwicklung liegen nicht nur in einer höheren zeitlichen Belastung durch die Erwerbsarbeit – 54 Prozent der Beschäftigten müssen regelmäßig Überstunden leisten, und die tatsächliche Wochenarbeitszeiten liegen zweieinhalb Stunden über den vertraglichen Zeiten –, sondern unter anderem auch darin, dass wegen Geldmangels viele handwerkliche Arbeiten im Haus oder in der Wohnung selbst erledigt werden. Aus der Sicht der Baumarktbetreiber ist das sicher eine interessante Entwicklung. Umgekehrt bedeutet das allerdings auch, dass den Menschen für das Do-it-yourself als echtes Hobby oder auch für die Muße zur Gartenarbeit mehr und mehr die Zeit fehlt. Nach dem Ende des „Jahrhunderts der Freizeit“ sei der „Zeitwohlstand“ heute der eigentliche Luxus, heißt es dazu in der Studie.
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