Der größere Teil des Marktportfolios der insolventen Hellweg-Gruppe wird aller Voraussicht nach nicht von Wettbewerbern übernommen und weitergeführt. Darunter sind auch Standorte, deren Teams vor Ort sicher waren: Bei ihnen geht es weiter – weil der Kundenzuspruch stimmt, weil die Zahlen stimmen, weil der nächste Baumarkt nicht in nächster Umgebung ist.
So haben sie auch im Hellweg-Markt Rodewisch gedacht. Der Markt mit rund 8.200 m² Verkaufsfläche und einem großen modernen Gartencenter bedient ein Einzugsgebiet mit vielen Eigenheimen und gepflegten Gärten, also ein Markt mit einem entsprechendem Gartenumsatz, mit Sanierungsbedarf wie auch mit Neubaugebieten – und mit Kunden, die mit bisher 6.000 Unterschriften den Erhalt des Marktes fordern. Iris Töpfer leitet den 1993 errichteten und 2005 vollständig modernisierten Markt seit 1998. Sie kann nicht verstehen, warum der Standort für Investoren nicht interessant sein soll. Mit ihr sprach die diy-Redaktion.
Warum sollte ein Investor in Rodewisch zugreifen?
Iris Töpfer: Wir sind so etwas wie ein Nahversorger, aber das Einzugsgebiet geht weit über Rodewisch hinaus. Ich erzähle mal eine kleine Anekdote. Ein Marktleiter aus Dortmund hat mich vor vielen Jahren gefragt, wie viele Einwohner Rodewisch hat. Damals hatten wir noch rund 7.000, und das habe ich ihm gesagt. Da war er der Meinung, ich hätte seine Frage nicht verstanden, und hat sie noch einmal gestellt, und ich habe ihm die Zahl wieder genannt. Seine Reaktion: „Das kann doch nicht sein: Ihr macht hier mehr Umsatz als wir in Dortmund.“
Das zeigt, dass wir hier ein ganz anderes Einzugsgebiet haben als nur eine Stadt, dass wir eine Kaufkraft haben und Kunden, die ihre Gärten und ihr Heim gestalten wollen. Das ist es, was unseren Umsatz am Ende des Tages befördert. Außerdem haben wir 2029 die Landesgartenschau in Rodewisch. Da wird es ja ebenfalls einen hohen Bedarf geben. Hinzu kommt, dass die Verkehrsverbindungen bis 2029 noch besser sein werden.
Würden Sie auch versuchen, auf eigene Faust einen Investor zu finden?
Wir lassen keine Option und Chance unversucht, damit wir hier weiter arbeiten und mitgestalten dürfen.
Was würden Sie ihm sagen? Welche Zahlen würden Sie präsentieren?
Ich weiß gar nicht, ob ich das in Zahlen zeigen würde. Ich würde mehr meine Mitarbeiter, also unser „Startkapital“, und unsere Stärken zeigen…










